Geschichte zum Anfassen

Es riecht nach Farbe und Sägespänen als ich die Werkstatt von Christian betrete, überall liegen großformatige Ausdrucke von Zeichnungen, Bauplänen und Fotos herum, Christian selbst ist versunken in den Bau eines Flugapparats für das Anklamer Otto-Lilienthal-Museum. Dort arbeitet der 36-jährige seit 2006 als Modellbauer und erschafft Geschichte zum Anfassen und Ausprobieren. 

Seine Arbeiten sind unglaublich detailliert, in akribischer Kleinarbeit wurden die Werke des Flugpioniers von Christian nachempfunden. Dass das Museum ihm vor 14 Jahren die Chance gab, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen macht ihn bis heute dankbar, ebenso die Möglichkeit Modelle zu bauen, die es so kein zweites Mal gibt.

Ein Modell der berühmten Titanic war der ausschlaggebende Punkt in Christians Weg zum Modellbauer. In einem Spielzeugladen hat er es damals entdeckt und gepaart mit seinem eh schon vorhanden Interesse an Geschichte führte eines zum anderen. Über die Jahre hinweg entwickelte er seine Fertigkeiten immer mehr und ist an zahlreichen Modellen gewachsen. Ein bestimmtes Modell, welches ganz oben auf seiner Liste der Dinge, die er mal bauen möchte, steht, gibt es nicht. Manchmal packt ihn einfach die Kreativität und das Modell an dem er gegenwärtig arbeitet wird zugunsten eines anderen erstmal eingemottet. 

Seine Auftragsarbeiten außerhalb des Museum baut er momentan noch am heimischen Wohnzimmertisch, eine eigene Werkstatt ist jedoch das große Ziel. Gemeinsam mit einem guten Freund arbeitet er daran, seine Arbeiten und das damit verbundene Können bekannter zu machen. Hierbei liegt der Fokus hauptsächlich auf Filmrequisiten und Spezialeffekten. Bei der Mitwirkung an einem Kurzfilmprojekt hat Christian nochmals gemerkt, wie sehr ihm diese Art des Arbeitens liegt und er ist dankbar für diese Erfahrung und all die kreativen Köpfe, die er im Zuge dieses Projekts kennenlernen durfte. Ihm wurden dadurch ganz neue Wege aufgezeigt. 

Wie viel Arbeit hinter all den detaillierten Modellen steckt, ist vielen gar nicht bewusst. Oft wird der Beruf wie eine "Bastelstunde" angesehen, dabei ist es wesentlich mehr als nur schnell mal ein paar Teile zusammen zu kleben. 
Nicht für alle Modelle gibt es einen Bauplan und ein nicht zu vernachlässigender Teil des Ganzen besteht aus Internetrecherche. Gibt es keinen Bauplan, so muss Christian durch Erfahrung, Augenmaß und Ausprobieren die richtigen Proportionen erarbeiten. Gefühlt die Hälfte seines Arbeitsplatzes in der Museumswerkstatt ist übersät mit Ausdrucken von Zeichnungen, Blaupausen und Fotos der Apparate, die Christian für die Ausstellungen baut - teilweise im Originalmaßstab, teilweise um einiges verkleinert. 

Und wie ihr auf einem der nachfolgenden Fotos sehen werdet, gibt Christian sich nicht nur für das Äußere enorme Mühe, seine Modelle lassen sich zum Teil öffnen und auch die Innenräume sind vollständig ausgestattet, durch jedes kleine Fensterchen entdeckt man wieder etwas neues. 

Wer sich ebenfalls für Modellbau und/oder Filme interessiert, der ist auch auf Christians Instagram sehr gut aufgehoben. Unter Legacy Scaleworks gibt es zahlreiche Modellvorstellungen und Einblicke in seine Arbeiten.

Auch ein Besuch im Museum lohnt sich absolut. Obwohl ich während meiner Schulzeit mehrmals dort war, ist es auch nach all den Jahren immer wieder interessant, zumal immer neue Modelle dazu kommen. Außerdem gibt es Flugsimulatoren und Flugapparate, in denen man mal seine Körperspannung unter Beweis stellen kann und einen Einblick erhält wie gut wir es doch mittlerweile mit all den geräumigen Passagiermaschinen haben. 

 

Und damit verabschiede ich mich mit dem ersten Beitrag der Reihe über kreative Köpfe und ihr Schaffen. Ihr könnt gespannt sein, wer sich hier noch so einreihen wird. 

Wenn ihr selbst ein kreatives Business habt, dann setzt euch gern mit mir in Verbindung! Ich freue mich auf viele interessante Einblicke in eure Arbeitsabläufe um sie mit der Welt zu teilen! 

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Kommentare: 1
  • #1

    Bernd Lukasch (Samstag, 21 März 2020 14:02)

    nicht schlecht!!

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